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Was bisher geschah:

Alles was sie über das Kläranlagen-Fiasko in Ramsau wissen sollten

Die Vorgeschichte (bis 2005)

Ramsau besitzt seit 40 jahren eine verlässlich funktionierende Kläranlage. Allerdings entspricht die Reinigungsleistung seit einigen Jahren nicht mehr vollständig den neuesten Erfordernissen. Dies war bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Reicherstorfer ein Thema. Es wurde ein Projekt in Auftrag gegeben und eine Sanierung der Kläranlage ausgearbeitet. Dieses umfangreiche Projekt mit allen Detailplanungen wurde 2003 bei der Wasserrechtsbehörde eingereicht und genehmigt. Der Umbau konnte jederzeit beginnen.  Dieses Sanierungsprojekt hätte alle Probleme beseitigt. Es wurde sogar die Kanalgebühr damals vorbeugend erhöht, damit Geld angespart und die Sanierung finanziert werden kann. Vorgesehener Baubeginn war 2006.

Gebühren für Großprojekte abgeschöpft 

Doch weder Bgm Ewald Kahrer noch Bgm Raimund Reichel haben dieses Vorhaben umgesetzt. Stattdessen wurde mehrmals um Verlängerung angesucht. Und die zur Ansparung erhöhten Kanalgebühren versickerten vermehrt  im Gemeindebudget. Auch für Großprojekte.

Frist versäumt - Millionenkosten!

Bgm. Gertraud Steinacher hat dann versäumt, wieder um Verlängerung anzusuchen oder die Reparatur rechtzeitig bis 2017 zu beginnen. Somit wurde von der BH Lilienfeld ein Erlöschungsverfahren für die Kläranlage eingeleitet. Sogar mit Strafen wird gedroht. Das zehntausende Euro teure Sanierungsprojekt, alle Pläne und Unterlagen somit wertlos geworden - durch eine Fristversäumnis!.

Und was noch schlimmer ist: Eine völlig ohne fachliche Begleitung vergebene "Studie" bevorzugt einen Anschluss des Kanales nach Wiesenfeld!

Die unerfahrenen ÖVP-Gemeinderäte reagierten völlig hilflos. Als Lösung wird ein Anschluss an die Kläranlage in Wiesenfeld gesehen. Was massive Kosten bringen wird . Die Gemeinde muss sich dort „einkaufen“, muss die laufenden Kosten tragen und haftet anteilsmäßig mit. Zusätzliche Kosten für die Beimischung von Regenwasser wurden überhaupt nicht geklärt. 

Kanalgebühren verdoppeln sich - könnten sich aber auch verdreifachen!

"Der von der ÖVP gewünschte Anschluss an die Zentralkläranlage würde die Ramsauer Kanalgebühren mehr als verdoppeln" stellte Gemeinderat Friedrich Gruber vom Prüfungsausschuss anhand der Unterlagen fest. Tatsächlich gibt es interne Berechnungen, die eine Erhöhung der Gebühren auf 2,50 Euro bis 2,80 Euro vorsehen. Kanalgebühr derzeit: 1,20 Euro!

Gemeinderatssitzung vom 14. März 2019

Trotz angekündigter Alternativvorschlägen bestand die Bürgermeisterin darauf, dass die Gemeinde sofort an die 16 Kilometer entfernte Anlage angeschlossen wird. Dem wollte auch die SPÖ zustimmen.

Blindflug von ÖVP und SPÖ

Wie sich herausstellte lagen aber keine verbindlichen Zusagen des Verbandes über die Kosten des Beitritts vor. GGR Altbürgermeister Ferdinand Reicherstorfer warnte: "Es ist völlig undenkbar, dass wir einen Beitritt zum Abwasserverband beschließen, ohne zu wissen, wie viel uns das genau kostet". Trotzdem wurde unser Antrag, diesen Beitritt nicht zu Beschließen, so lange kein rechtlich verbindlicher Vertragsentwurf vorliegt, von der knappen ÖVP/SPÖ – Mehrheit abgelehnt.

Uneinsichtig wie ihr Vorgänger Reichel

Ungeachtet aller Einwände brachte Bürgermeisterin Gertraud Steinacher den Antrag zur Abstimmung, dass Ramsau an die Zentralkläranlage angeschlossen werden soll. Daraufhin zog die Bürgerliste die Notbremse und verließ die Sitzung. Der

 Beschluss musste vertagt werden.

Neuerliche Sitzung statt Nachdenken

21. März 2019: Wieder Paukenschlag im Gemeinderat: Bürgermeisterin Gertraud Steinacher versuchte  mit allen Mitteln,  Anschluss nach Wiesenfeld binnen einer Woche neuerlich durchzudrücken. Dabei kam aber heraus, dass der Anschluss weit teurer kommen wird als zuvor dargestellt. Ein alternatives Angebot der Bürgerliste, nur 520.000,- für eine neue eigene Kläranlage (statt 1.690.000,-) bringt ÖVP und SPÖ wenigstens für einige Tage zur Besinnung: die Entscheidung wurde auf Druck der Bürgerliste vertagt! 




An der Ausgangslage hatte sich nichts geändert: weil Bürgermeisterin Gertraud Steinacher eine Frist der Wasserrechtsbehörde versäumt hat ist die Gemeinde nun gezwungen, eine neue Lösung für ihre Kläranlage zu finden.

Dafür wurde eine teure Studie in Auftrag gegeben, welche die zukünftigen Kosten vergleicht. Als Kandidaten im Rennen: ein Anschluss nach Wiesenfeld (1,2 Mio €) oder eine sündteure, technisch massiv aufgeblähte  Variante einer neue Kläranlage (1,7 Mio. €). Als Ergebnis wäre der Anschluss für einen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren um ca. 10% billiger gewesen als diese teure neue Kläranlage. Darauf basierend wurden Hochrechnungen für die zukünftige Kanalgebühr erstellt. Bgm. Steinacher lässt protokollieren, dass sie auf eine zukünftige Gebühr von 2,50 € kommt.

Aber dabei wurde massiv getrickst! 

1. wurde eine völlig überdimensionierte "TMK", eine "Teuerste Mögliche Kläranlage" (mit z.B 2-mal 450 Kubikmeter als Hauptbecken!) zum Preisvergleich mit dem Wiesenfeld-Anschluss herangezogen. Mit so einem Vergleich würde sich vielleicht sogar der Anschluss nach Wien als günstiger darstellen lassen. :-)

2. wurde verschwiegen: bei einem Anschluss an die Zentralkläranlage Wiesenfeld muss sich die Gemeinde Ramsau nicht nur dort einkaufen: auch für die gesamte alte Kanalanlage von Fa. Schmid bis Wiesenfeld muss die Gemeinde bezahlen. In Form von Schuldenübernahmen und Beteiligungen an sämtlichen zukünftigen Reparaturen, Betriebskosten und Rückzahlungen.
Details dazu hier...

Unter Berücksichtigung all dieser Kosten kommt für Ramsau beim Anschluss eine Kanalgebühr von ca. Euro 3,- pro m² heraus. Derzeitige Gebühr: 1,20 Euro!

Dies hat uns bewogen, die Arbeit welche eigentlich die Bürgermeisterin leisten sollte,  zu übernehmen und ein eigenes Angebot für eine Kläranlage einzuholen.  Anbieter ist die renommierte Firma M-U-T – Umwelttechnik aus Stockerau (gegründet 1932), die unter anderem am Bau der Großkläranlage in Wien beteiligt war.

Das angebotene Modell , eine ausreichend dimensionierte Anlage in Containerbauweise, kostet nicht 1.690.000,- sondern nur ca. 520.000,- Euro.


Völlig klar, dass damit auch unsere Kosten für den Einkauf nach Wiesenfeld und für den gesamten 16 Kilometer langen Kanalstrang wegfallen würden. Die Betriebskosten (Arbeitsplatz) würden nicht in Wiesenfeld anfallen sondern bei uns in Ramsau vor Ort.

Nach detaillierter und geduldiger Präsentation im Gemeinderat haben es schlussendlich wohl auch die Anschluss-besessenen ÖVP-SPÖ - Gemeinderäte eingesehen, dass es besser ist, ihren teuren Plan nochmals zu überdenken. Nach einer Sitzungsunterbrechung für eine „ÖVP-Nachdenkpause“ wurde einstimmig beschlossen, die Entscheidung für ca. zwei Wochen auszusetzen.

4. April 2019: die Tragödie nimmt ihren Lauf

Nachdem Bürgermeisterin Gertraud Steinacher bereits in den vorigen Sitzungen beantragt hatte, dass Ramsau den teuren Anschluss nach Wiesenfeld wählen soll, und wir bewiesen haben, dass es eigene Kläranlagen um einen Bruchteil der veranschlagten Kosten gibt, war verständlich, dass sie aus der Sache ohne Gesichtsverlust nicht rauskommen kann.

Somit wurde massiv aufgerüstet. Es wurde versucht, mit Stellungnahmen von Experten die von uns angebotene Kläranlage um 520.000,- (plus Nebenkosten ca. 800.000,-) schlecht zu reden.

Interessant nur, dass beide Experten jetzt die Planung für den Anschluss übernehmen wollen und entsprechende Angebote gelegt haben. Dabei geht es um fast 140.000,- Euro - nur für "Expertenleistungen".

Die unerfahrenen Gemeinderäte von Schwarz und Rot stimmten schließlich dem Anschluss zu. Es wäre wohl zu peinlich gewesen, unserem günstigeren Vorschlag zuzustimmen. 

Damit sie wissen, wer für die kommende Gebührenerhöhung mit die Verantwortung trägt:
Für den Anschluss gestimmt haben:

Gertraud Steinacher
Leopold Schweiger
Günter Zwesper
Erich Prischl
Leopold Mairhofer
Monika Gruber
Inge Brandtner
Johanna Schafhauser
Patrick Zöchling


Zusammenfassung: trotzdem wir eine ca. um die Hälfte billigere eigene Kläranlage angeboten haben, bleiben Schwarz und Rot bei ihrem Anschluss nach Wiesenfeld.

Dieser Kanal-Irrsinn muss gestoppt werden!
Wir setzen uns weiterhin für eine günstigere Lösung ein.